Salzburger Numismatische Nachrichten

(Salzburger) Münzgeschichte aus Handel, Museen und Wissenschaft - von Münzhandel Peter Macho

Geschichte der Spängler Sammlung

Juni 14th, 2008 by Peter Macho

portrat-spaengler.jpgHier können Sie die von Christoph Mayrhofer verfasste Geschichte der Spängler Sammlung einsehen. Viel Vergnügen !

Schatz im goldenen Tresor

31.05.2008 | SN

Die Anfänge der Sammlung Spängler reichen in die Zeit vor 1828, dem Gründungsjahr der Bank. Von Franz Josef Christian Spängler (1758-1819, siehe Bild) ist bekannt, dass er Münzen gesammelt hat. Im Archiv des Bankhauses hat sich ein Verzeichnis aus dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts erhalten, in dem unter anderem vierzig Salzburger Münzen aus Familienbesitz aufgeführt werden. Einige davon befinden sich noch heute in der Sammlung. Diese ist mit über 200 Jahren die wahrscheinlich älteste noch bestehende Privatsammlung Salzburgs überhaupt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Münzen dann in die Bank eingebracht.

Unter dem Kaiserlichen Rat Carl Spängler (1864-1954) enthielt die Sammlung viele Raritäten. Auch sein Sohn Carl Spängler jun. (1894-1971) hat sich intensiv mit Münzen beschäftigt und das Interesse an seinen Enkel Heinrich Spängler weitergegeben, der nun seit über 30 Jahren die Sammlung ausbaut und pflegt. Er hat - mit Erich Erker, der die Münzschätze betreut - jene hundert Stücke ausgesucht, die im Salzburg Museum in einem goldenen Kubus präsentiert werden.

Neben den Goldmünzen enthält die Sammlung Spängler auch einige bedeutende Silbermünzen. Der berühmte Rübentaler von 1504 und der Löwentaler von 1790 sind ab Ende Juni in der Ausstellung “Geprägte Geschichte” im Bergbaumuseum in Leogang zu sehen. Auch zehn Schraubtaler, also aufschraubbare Silbermünzen mit Darstellungen zur Salzburger Emigration 1732 im Inneren, sind dort ausgestellt.

Die Münzprägung ist ein Zeugnis der jahrhundertelangen Selbstständigkeit des Erzstifts Salzburgs. Die bayerischen Herzöge begannen im 10. Jahrhundert in Salzburg, Silbermünzen zu prägen. Bald wurden die Erzbischöfe an der Prägung beteiligt. Ab dem 12. Jahrhundert prägten nur noch die Erzbischöfe in den beiden Hauptmünzstätten Salzburg und Friesach. Im Jahr 1366 wurde ihnen vom Kaiser erlaubt, auch Goldmünzen zu prägen.

Durch den erfolgreichen Bergbau in den Hohen Tauern erreichte die Prägung von Goldmünzen im 16. Jahrhundert einen Höhepunkt. Im Jahr 1557 wird in Salzburg eine dreiviertel Tonne Gold vermünzt, ein kleiner Teil davon zu “Ehrpfennigen” - also Münzen im vielfachen Dukatengewicht. Der Name “Ehrpfennig” weist auf seine beiden wichtigsten Funktionen hin: Der Empfänger wird damit geehrt (vergleichbar mit heutigen Orden), kann sich aber auch über einen zum Teil beachtlichen Geldwert freuen. Das materiell wertvollste Stück im Gewicht von tausend Dukaten oder 3,5 Kilogramm übergab der Erzbischof im Jahr 1568 als Hochzeitsgeschenk an den bayerischen Herzog Albrecht.

Die Gepräge dienten auch der fürstlichen Repräsentation. Wolf Dietrich von Raitenau ließ den von Wind und Meer umtosten Turm als Zeichen der Beständigkeit nicht nur auf Bauten anbringen, sondern auch auf Münzen und Medaillen. Verschenkt wurden diese unter anderem an die aus dem Türkenkrieg zurückkehrenden Salzburger Soldaten. Auch auf bestimmte Anlässe wurden Medaillen und Denkmünzen geprägt. Im Jahr 1682 feierte man mit einem mehrtägigen Fest das 1100-Jahr-Jubiläum des Erzstifts. Ausländische Gäste erhielten die großen Goldstücke, aber auch das einfache Volk ging nicht leer aus. Aus einem Fenster wurden Gold- und Silbermünzen in die Menge geworfen, und die hohen Herren amüsierten sich über die sich darum balgenden Menschen.

Im 18. Jahrhundert gibt es einen Gegensatz zwischen der geringer werdenden wirtschaftlichen Bedeutung der Goldmünzprägung und dem zunehmenden Repräsentationsbedürfnis der Erzbischöfe. Auch einfache Dukaten werden jetzt mit dem Porträt des jeweiligen Herrschers versehen, es entsteht eine Vielfalt an Medaillen. Aus dem Jahr 1711 stammt die Medaille mit der Ansicht der erzbischöflichen Residenzstadt Salzburg auf der Rückseite (im Bild oben). Der Stempel war so gelungen, dass ihn auch die vier nächsten Erzbischöfe - jeweils mit eigenem Porträt auf der Vorderseite - verwendeten.

Die Vergabe von Medaillen verweist auf Vorlieben des Erzbischofs. Sigismund Graf Schrattenbach vergibt Medaillen oft an Musiker. 1767 schenkt er “dem klein Motzartl wegen Componirung der Musig zu einem Oratorio” eine Medaille zu 12 Dukaten - der 11-jährige Mozart erhielt für die Musik zu “Die Schuldigkeit des Ersten Gebots” doppelt so viel wie sein älterer Kollege Johann Michael Haydn! 13 Jahre zuvor, im Jahr 1754, hat der Vater Leopold Mozart zwölf Hochzeitsmenuette für Franz Anton Spängler geschrieben, die in der rund um den Goldkubus im Salzburg Museum gezeigten Sonderausstellung im Original zu sehen sind.

Die im Salzburg Museum präsentierten Goldmünzen geben einen Überblick über die Salzburger Prägetradition von 1500 bis zur Schließung der Münzstätte 1810. Die über 200 Jahre mit viel Sachverstand gepflegte Sammlung ist Symbol für Beständigkeit und Solidität des Familienunternehmens und für seine Verbindung mit Salzburg und seiner Geschichte.

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15 Responses

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