Salzburger Numismatische Nachrichten

(Salzburger) Münzgeschichte aus Handel, Museen und Wissenschaft - von Münzhandel Peter Macho

Die Salzburger Mittelalterpfennige waren “Goldmünzen” - Materialanalyse zu einigen Pfennigen:

Juli 15th, 2017 by Peter Macho

Die Firma Goldankauf Seidl in Salzburg war so freundlich, einige seltenere Salzburger Wappenpfennige mit ihrem Analysegerät zu untersuchen. Da die Analyse nur einen Kreis von 3 mm durchleuchtet, wurden jeweils 2 Stichproben genommen und der Durchschnitt ausgerechnet.

Diese Methode ist bei Mittelaltermünzen nicht sehr genau, da diese oberflächliche Oxidationen und oft Fremdmaterialauflagen haben, bietet jedoch trotzdem einen guten Annäherungswert an den Silbergehalt der untersuchten Pfennige.

Auf jeden Fall richtig analysiert sind die enthaltenen Metalle in den Pfennigen - und hier zeigt sich eine Überraschung: Nahezu jeder der Pfennige beinhaltet etwa 0,10 % Gold - das gibt pro Tonne Pfennige ein Kilo reines Gold - also wesentlich mehr als in einem heute rentablen Goldbergwerk enthalten ist!

Fast jeder der Pfennige beinaltet neben SILBER und GOLD das beigefügte KUPFER (um die gewünschte Legierung mit dem entsprechenden Feingehalt zu erreichen) und ZINN und BLEI.

Eine breiter angelegte Untersuchung des Silbergehalts der Pfennige könnte auch bei der chronologischen Einordnung helfen, da zwischen der ersten Prägung um 1365 bis zur letzten um 1461 der Silbergehalt in der Kipperzeit ständig verringert wurde.

Pilgrim, Pfennig mit Bischofskopf     ana1.jpg

Pilgrim von Puchheim, Pfennig um 1365,  50% Silbergehalt!

Pilgrim, Pfennig, Rs.leer (4)  ana2.jpg

Pilgrim, Pfennig, Rs.leer (6)  ana3.jpg

Die beiden Pilgrim? Pfennige mit leerer Rückseite weisen etwa 70 % Silber auf.

Pilgrim, Pfennig, Rs.leer (5)   ana3-kopie.jpg

Der Pilgrim Pfennig mit seinem Namen enthält etwa 75% Silber.

Johann von Reisberg, Pfennig  ana4.jpg

Der Johann Pfennig enthält 60% Silber.

Friedrich 4. oder Sigismund 1., Pfennig mit Mitra  ana21.jpg

Der Mitra Pfennig weist 70% Silber aus. Dieser Pfennig aus der Zeit 1430-1460 ist im CNA (CNA A82) mit einer Feinheit von 250/1000 beschrieben (laut einer Strichprobe im Wiener Hauptmünzamt). Die starke Abweichung dieser vor 1994 durchgeführten Probe vom hier vorliegenden Stück zeigt die Dringlichkeit einer (noch) genaueren Untersuchung der Salzburger Wappenpfennige.

Wir empfehlen Goldankauf Peter Seidl in der Schrannengasse in Salzburg,  der die grundlegenden Daten dieser Untersuchung mit seinem Röntgenfloureszenz-Analysator erhoben hat: www.gold-silber-ankauf.at

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