Salzburger Numismatische Nachrichten

(Salzburger) Münzgeschichte aus Handel, Museen und Wissenschaft - von Münzhandel Peter Macho

Ein unedierter posthumer Groschen 1598 aus der Münzstätte Hall:

August 5th, 2018 by Peter Macho

Groschen 1598 Hall, Ferdinand posthum

In einer Sammlung fand sich eine interessante “Kleinigkeit” zur Tiroler Münzgeschichte:

Ein Groschen 1598 des Erzherzogs Ferdinand 2., unter Rudolf 2. posthum geprägt in Hall. Die Münze ist im Wesentlichen prägefrisch und wiegt 2,46 Gramm.

Erste Recherchen führten zu Prof. Hahns Buch “Die Münzprägungen der Habsburger im Österreichischen Reichskreis”. Hier sind nur die Jahrgänge 1599 und 1600 bekannt.

Aufklärung brachte eine Veröffentlichung im NUMISMATIK-CAFE, dem Internet Treff Tiroler und anderer Münzfreunde aus der Burg Hasegg in Hall http://www.numismatik-cafe.at    :

Mitglied “ZWANZGER”  konnte folgende detaillierte Auskunft geben:

“Der Jahrgang (15)98 dürfte unediert (und zudem sehr selten) sein. Moser/Tursky erwähnt für das Jahr 1598 einen Prägeaustoss von nur 22948 Stück Dreiern. In der großen Tirolsammlungen finden sich weder bei Morosini, noch in der Sammlung Seif datierte Groschen Ehg. Ferdinand II. Neben den beiden bei Moser/Tursky abgebildeten Stücken, werden nur in der Sammlung Enzenberg zwei datierte Groschen beschrieben.

Enz.658 Groschen (15)99

Enz. 659 Groschen 1600

Dieses Stück zeigt den gleichen Avers wie das bei Moser/Tursky abgebildete Stück M.T.293. Die Rückseite zeigt dieselbe Umschrift (die Trennungszeichen variieren leicht) wie bei Enz.658, aber eben mit der Jahrzahl (15)99. Leider ist dieses Stück nicht abgebildet. PS: Die Xerln (Trennzeichen) sind übrigens Kreuzchen aus fünf zusammengesetzten Punkten.”

Posted in Münzen, Raritäten | No Comments »

SALZBURGER FUNDE: Von Polling nach Salzburg - Wallfahrtsmedaillen aus dem Flachgau:

Juli 22nd, 2018 by Peter Macho

Oberndorf an der Salzach ist nicht nur durch die Stille Nacht-Kapelle bekannt, sondern war seit antiker Zeit ein wichtiger Fernhandelsplatz kurz vor der Stadt Salzburg. In dieser Gegend werden öfter Streufunde gemacht, die Zeugen alter Volksfrömmigkeit sind.

Heilige Familie-Madonna        Salvator Jesus - Maria

Hl.Familie / Maria v. Dorfen 18. Jhdt.               Jesus / Maria Anhänger 18.Jhdt.

 

Salvator       Neponuk - Madonna auf Thron

Jesus / Maria Anhänger 18.Jhdt.              Hl.Nepomuk v. Prag / Madonna auf Thron 18. Jhdt.

 

Altötting 34 mm   Altötting 26 mm/35 mm

Altötting Bronze 34 mm, 18. Jhdt.            Zinn , Rs Mar.Plain, h. 26/35 mm

 

Lofer Zinn 28 mm    Kreuz 29 / 35 mm mit Henkel

Lofer ? 28 mm, Zinn, um 1800                                 Kreuz, 35 mm m.Hkl., 1800/1830 ?

 

Pollinger Kreuz

Pollinger Kreuz, ca.18. Jhdt.

Der Wallfahrtsort Polling:

Die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Polling, einer Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern, wurde zwischen 1416 und 1420 als Kirche eines Augustiner-Chorherrenstiftes errichtet. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die gotische Kirche durch Anbauten und Kapellen erweitert und im Stil des Barock umgestaltetEine weitere Umgestaltung im Stil des Rokoko erfolgte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Wertvollstes Ausstattungsstück der Kirche ist das Tassilo-Kreuz, ein hochmittelalterliches Tafelkreuz.

Neben dem Patrozinium der Kreuzauffindung trägt die Kirche auch den Titel Sankt Salvator und ist Jesus Christus als Salvator Mundi (Erlöser der Welt) geweiht.

Nach einer Quelle aus dem 11. Jahrhundert gründete eine Familie aus dem Adelsgeschlecht der Huosi um 750 in Polling ein Benediktinerkloster. Im 15. Jahrhundert verbreitete sich die Legende, nach der das Kloster Polling auf eine Gründung des Bayernherzogs Tassilo III. zurückgehe. Er soll bei der Jagd eine Hirschkuh verfolgt haben, die an der Stelle des späteren Klosterbaus ein Kreuz aus dem Boden gescharrt habe.

Dieses erste Kloster wurde bei den Ungarneinfällen im 10. Jahrhundert vollständig zerstört. Im Jahr 1010 ließ der Bayernherzog Heinrich IV., der 1014 als Heinrich II. zum Kaiser gekrönt wurde, an der Stelle ein Kollegiatstift errichten, das nach 1100 in ein Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt wurde. Es wurde eine neue Kirche gebaut, die 1160 von Hartmann von Brixen, dem Bischof von Brixen, eingeweiht wurde. Von diesem romanischen Vorgängerbau ist noch die Krypta unter der Gottesackerkapelle jenseits des Tiefenbachs erhalten.

Im 13. Jahrhundert entwickelte sich eine vielbesuchte Wallfahrt zum Heiligen Kreuz und man errichtete am heutigen Standort eine Kirche, die 1298 geweiht wurde.

QuelleWIKIPEDIA   https://de.wikipedia.org/wiki/Heilig_Kreuz_(Polling)

Polling liegt etwa 50 km südlich von München, 170 km von Salzburg entfernt.

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Münzfunde | No Comments »

Der grosse Stadtbrand 1818 und die Salzburger Bürokratie… :

Juli 5th, 2018 by Peter Macho

Sorauer Wochenblatt 30. Mai 1818

Sorauer Wochenblatt 30. Mai 1818:

“… Der Salzburger Zollwärter ließ, erzählt man, um seine Dienstpünktlichkeit zu zeigen, die von Tittmoning, 7 Stunden von Salzburg, auf bayerschem Gebiete, angekommene Spritze mit zugehörigem Wasserfaß nicht eher passieren, bis alles gehörig visitiert warund er die Überzeugung hatte, daß keine Kontrebande versteckt sey; das Wasserfaß mußte 19 Kr. Pflastergeld zahlen, und die fremden Wasserfässer, die ab- und zugefahren wurden, wurden auch dadurch aufgehalten, daß man von ihnen ebenfalls 3 Kr. verlangte, wodurch denn auf einige Zeit Wassermangel entstand, bis der Streit geschlichtet war.

 

 Sorau liegt im Grenzgebiet des Schlesischen und des Großpolnischen Tiefland.  Die Salzburger Bürokratie konnte immer schon grosse Wellen schlagen  ;-).

 

 sorauer-wochenblatt-stadtbrand-1818-sazburg-titel.jpeg    sorauer-wochenblatt-stadtbrand-1818-sazburg-2-kopie-kopie.jpeg

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte | No Comments »

Unedierte Typen: Der Beginn der Halbkreuzerprägung 1654

Juni 21st, 2018 by Peter Macho

Halbkreuzer 1654 mit komplettem Wappen         Halbkreuzer 1654 mit G oben!

Guidobald Graf Thun gestaltete bei seinem Regierungsantritt 1654 zwei  Münzsorten neu: Die Pfennige und die Halbkreuzer. Bei den ersten Prägungen dürfte man sich über die Ausführung noch nicht im Klaren gewesen sein, beide Münzen wurden mit dem kompletten Familienwappen mit Adler und Querbalken gestaltet.

UNEDIERT ist eine Variante, die von C. Mayrhofer entdeckt wurde: Ein Halbkreuzer 1654 mit geschwungenen Wappen und dem G(uidobald) über den Wappen! Die Erhaltung zeigt dass diese Münze auch im Geldumlauf war. Die Gestaltung des Löwen mit dem Brezelschweif im Salzburg Wappen erinnert noch an Paris Lodrons Wappen.

 

Halbkreuzer 1665 neuer Typ

Bereits 1654 änderte man den Typ und prägte das Familienwappen nur noch mit dem Querbalken. Dieser neue Typ wurde bis zum Tod Guidobalds 1668 geprägt.

Posted in Raritäten | No Comments »

Eine bedeutende Salzburger Wallfahrtssammlung des 19. Jahrhunderts:

Juni 12th, 2018 by Peter Macho

 

Wallfahrtssammlung des 19. Jahrhunderts

Aus einem Nachlass erhielt ich eine Sammlung zur Bearbeitung, die eine  Überraschung beinhaltete: In acht alten Holztabletts, teilweise mit Beschriftungszetteln aus dem frühen 20. Jahrhundert, fanden sich Salzburger Wallfahrts- und religiöse Medaillen.

Laut Auskunft der Eigentümer wurde die Sammlung von Katharina Mayer, Frau des Bankiers Carl 2. Spängler, vor 1900 angelegt. Katharina Mayer war die Tochter des Hoteliers “Zum goldenen Schiff” (die heutige Hypo Bank an Residenzplatz). Nach Katharinas Tod wurde die Sammlung von deren Tochter Margarete bis etwa zum 2. Weltkrieg aktiv weiterbetrieben.

 

Einlagezettel

Die Beschreibungseinlagen wurden von Carl 2. Spängler beschriftet. Während die Salzburger Münzsammlung der Spängler Bank von Weltruf ist, war das Vorhandensein der Wallfahrtssammlung seiner Frau  bisher unbekannt.

Obwohl die Sammlung wahrscheinlich nicht vollständig erhalten ist (die Holztabletts sind bis 12 nummeriert), erscheint der wesentliche Bestand erhalten. Die meisten Medaillen sind nach Pachinger beschrieben, dem 1908 erschienenen Standardwerk zu Salzburger Wallfahrtsmedaillen.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Stadt Salzburg, den Bruderschaften (vermutlich Pachingers Gliederung folgend), Maria Plain und Kirchenthal. Die Sammlung wurde mit Fachkenntnis und Liebe betrieben, wie das Vorhandensein nicht nur seltener (begehrter) Stücke sondern auch einer Vielzahl kleiner Medaillen des 19. Jahrhunderts aus unedlen Metallen , zeigt. Da gerade von diesen Stücken viele nicht ediert sind, wird die Sammlung im Folgenden im Detail vorgestellt:

 

MEDAILLEN VON PAUL SEEL:

 

Thomasbruderschaft 1669

1. Thomasbruderschaft  Silbermedaille 1669, Pa.5, 38/32 mm, 15,4 gr.

 Sakramentsbruderschaft 1682

 2. Sakramentsbruderschaft, Medaille 1682, Pa.6, 46/40 mm, 23,7 gr.

St. Peter 1682

3. Sankt Peter, Medaille 1682, 38/32 mm., 7,5 gr.

Nonnberg 1682

4.  Kloster Nonnberg, Silbermedaille 1682, Pa.27, 38/33 mm., 7,6 gr.

Maria Plain 1684

 5. Maria Plain, Medaille 1684, Pe.2130, 42/37 mm., 13,5 gr.

Read the rest of this entry »

Posted in Medaillen, Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Raritäten | No Comments »

Pfennige des 12. Jahrhunderts und.. Genau! MA Alexandra Hylla

Mai 13th, 2018 by Peter Macho

 

Vortrag Münzbörse Spitz Alexandra Hylla

Spitz/Wachau: MA Alexandra Hylla und Prof. Hubert Emmerig

Bei der Münzbörse in Spitz hielt die seit Februar amtierende neue Kustodin für Numismatik des Salzburg Museums MA Alexandra Hylla einen Vortrag über die Pfennigprägung des 12. Jahrhunderts im Österreichischen Donauraum.

Vortrag Münzbörse Spitz Alexandra Hylla    Vortrag Münzbörse Spitz Alexandra Hylla

Sie erzählte über ihre Arbeiten an den Münzfunden von Obing, Teisendorf, Berchtesgadner Land und Waal und erklärte die Wichtigkeit des Vergleiches der Münzbilder süddeutscher und böhmischer Pfennige für die zeitliche Einordnung der unbeschrifteten Münzen. Ein gutes Beispiel bildete das Münzbild “Herkules mit dem Löwen”, das von Regensburg bis Prag geläufig war.

Regensburg, um 1130, aus dem Münzschatz von Obing. Staaatliche Münzsammlung München, Foto: Nicolai Kästner

Bischöflicher Pfennig mit der Darstellung von Herkules im Kampf mit dem Löwen, Münzstätte Regensburg, um 1130, aus dem Münzschatz von Obing. Staaatliche Münzsammlung München, Foto: Nicolai Kästner

Alexandra Hylla stellt für die numismatische Welt in Salzburg eine wertvolle Bereicherung dar.

Siehe: https://lmu-munich.academia.edu/AlexandraHylla/CurriculumVitae

Sie übernahm ab Februar 2018 die Betreuung der Sammlung der Münzen, Medaillen und Geldwertzeichen im Salzburg Museum. In dieser Funktion löst sie Christoph Mayrhofer ab, der in den letzten Jahren viele (lange brachliegenden) Bestände an Münzen und Siegeln neu ordnete und erfasste und so die beste Grundlage für eine erfolgreiche Weiterarbeit an der Salzburger Numismatik schuf.

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Mittelalter | No Comments »

“Numismatische Tage” 2018 Spitz/Donau 27./28. April 2018

März 31st, 2018 by Peter Macho

vortrag-hylla-spitz.jpg

Vortragsabend im „Klosterhof im Weingarten”, 3620 Spitz, Kremser-Str. 1

Freitag, 27. April 2018, um 19.30 Uhr

Alexandra Hylla M.A. (SALZBURG MUSEUM) spricht zum Thema:

„Herausragende Pfennigprägung des 12. Jh. im österreichischen Donauraum - Neue Erkenntnisse und Forschungsdesiderate”.

(Um Anmeldung wird gebeten)

spitz-borse-2018.jpg

18. Wachauer Münzenbörse in Spitz/Donau (mit Postkarten, Geldscheinen und Briefmarken)
Gasthof “Goldenes Schiff”, Mittergasse 5,
Samstag, 28. April 2018, 9-15 Uhr, Eintritt Frei
Neben Angeboten für Münzen-und Briefmarkensammler wird es auch interessante Stücke für Liebhaber von historischen Wertpapieren, Ansichtskarten, Notgeld, antikem Schmuck, Orden und historischen Stichen geben. Das Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien ist mit einem Informationsstand präsent und stellt neueste Forschungsergebnisse vor.

Münzhandel Macho stellt auf der Börse in Spitz aus und freut sich auf den Vortrag der neuen Salzburger Münzkustodin!

Posted in Münzen | No Comments »

10.April 2018: Doppeltalerklippe mit der Stadtansicht und UNEDIERTER Doppelguldentaler 1578 bei Auktion Rauch in Wien!

März 18th, 2018 by Peter Macho

EB. Max Gandolph, Doppeltalerklippe Stadtansicht von Salzburg. (Bild: Auktionsrauch H.D.Rauch, Wien)

Am 10. April versteigert Hans Dieter Rauch in Wien eine der absolut seltensten Münzen des Erzstifts Salzburg:

Die Doppeltalerklippe mit der barocken Stadtansicht des Max Gandolph Graf Kuenburg. Es handelt sich um die einzige Salzburger Münze mit Salzburgansicht, bekannt sind weniger als 10 Stücke. (seltener als der Rübentaler)

Vorkommen im Handel:

1921, 19. September, Leo Hamburger, Frankfurt

1926, 12.Oktober, Helbing, Sammlung Hinterstoisser

1984, 9.Mai, Spink & Son Zürich, (das Hinterstoisser Stück von Helbing)

Doppelter Guldentaler 1578:

Doppelter Guldentaler (zu 120 Kreuzer ) 1578 (49,24 g)   Bild: H.D.Rauch, Wien

Salzburg-Erzbistum. Johann Jakob Khuen von Belasi 1560-1586 Doppelter Guldentaler (zu 120 Kreuzer ) 1578 (49,24 g); Mit Titel Rudolf II. Dav. - ; HZ - ; Pr. -, winz. Prüfspur am Rand, RV kl. Kratzer
UNEDIERT!

4 fache Domweihtalerklippe (Bild:Auktionshaus H.D.Rauch, Wien)

Neben diesem Rarissimum findet sich eine 2. Rarität: eine perfekt erhaltene vierfache Talerklippe auf die Domweihe 162!

Posted in Aktuelle Salzburg Auktionen, Raritäten | No Comments »

SALZBURGER FUNDE: Ein Manchinger Quinar aus Oberndorf.

Februar 22nd, 2018 by Peter Macho

Büschelquinar aus Manching, 1. Jhdt.v.Ch.

Ein einzelner Bodenfund aus der Gegend von Oberndorf weist auf die Bedeutung des Handelsweges Salzach bereits in keltischer Zeit hin: In einem Feld wurde ein Quinar aus dem Oppidum Manching gefunden. Die Münze, die im 1. Jahrhundert vor Christus geprägt wurde hat einen Durchmesser von 14 mm und wiegt 1,45 Gramm.

Die genaue Bestimmung verdanke ich Frau Dr. Ursula Schachinger, Uni Graz:  ”Der vindelikische Büschelquinar gehört nach Kellner, Manching zur Gruppe E; vgl. Kellner Nr. 119ff., besonders Nr. 221 und Nr. 226.”

In Salzburg waren keltische Münzen der Boier (aus Böhmen), aus Manching (bei Ingolstadt), aus Roseldorf (Niederösterreich), aus Kärnten (Magdalensberg) und aus der Münzstätte Karlstein (bei Reichenhall) im Umlauf.

Posted in Münzen, Münzfunde | No Comments »

Handschriftliches Hofratsdekret an das Münzamt 1784 zum Geldumlauf im Zillertal:

Februar 22nd, 2018 by Peter Macho

41-edikt-5-sbg-munz-1784-handschrift-titel.jpg

INHALT:

Colloredo verbietet den Umlauf schlechter Bayerischer Groschen und Kreuzer, setzt 6 Wochen Frist diese regulär einzulösen, danach wird dieses Geld nur noch zum Einschmelzwert ersetzt. Weiter befiehlt er als Geldersatz für die eingezogenen Münzen Salzburger Kupferpfennige und Kreuzer im Wert von 200 Gulden ins Zillertal zu bringen.
Lesen Sie den Originaltext hier (Reinschrift von Christoph Mayrhofer):

Hofratsdekret an das Münzamt vom 26. Jänner 1784

Ire hochfürstlichen Gnaden pp haben in dem Salzburgischen Zillerthal die bayerischen Groschen und Kreutzer neuerlich verruffen und ganz ausser Cours setzen lassen und nur allein in betreff denen Kreutzern die gnädigste Verfügung getroffen, daß selbe von Maria Liechtmess anzufangen annoch 6 Wochen zu 3 d coursiren mögen, nach deren Verlauf solche lediglich als ein pagament nach dem Gewicht in ganzen, halben und viertl Marken entweders zum Pflegamt oder zur alhiesigen Münzstatt geliefert werden mögen, alwo die Mark um 4 fl 51 kr 1 d hiesig Salzburgischer Current zu bezahlen ist.

Dabey aber haben höchstdieselben weiters anbefohlen, daß in möglichster Bälde 200 fl in hiesigen Kupfer Kreutzern und Pfeningen an das Pfleggericht Kropfsperg gesendet werden sollen, wovon der Ersatz seiner Zeit entweder durch die al marco einlösende bayerischen Kreutzer oder in deren abgang mit anderer im Zillerthal gangbahren Müntz zu erstatten hätte.

Welches dem Hochfürstlichen Münzamt zur Wissenschaft und behöriger Nachachtung hiemit eröffnet wird. Geschehen Salzburg im Hochfürstlichen Hofrath den 26. Jenner 1784.

eigenhändige Unterschriften:

Joseph Graf v. Attembs Präsident mp                Johann von Zillerberg m p

Dorsalvermerk:

Decretum an dasHochfürstliche Münzamt alhier

Die Einsendung nach Zillerthall Kupfer Kreutzer und Pfening betreffend.

Präs. den 26. Jenner 1784

PDF:  Dekret 1784 Münzumlauf im Zillertal

Zu Joseph Graf von Attems (1734-1820, Hofratspräsident 1777-1803) vergleiche Kurzbiographie bei Ulrich Salzmann, Der Salzburger Erzbischof Siegmund Christoph Graf von Schrattenbach (1753-1771) und sein Domkapitel, in: MGSL 124 (1984), S. 61-63.

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Salzburger Münzliteratur | No Comments »

« Previous Entries