Salzburger Numismatische Nachrichten

(Salzburger) Münzgeschichte aus Handel, Museen und Wissenschaft - von Münzhandel Peter Macho

Ein unediertes Unikat aus dem Münzkabinett des Schweizer Nationalmuseums:

November 14th, 2016 by Peter Macho

Matheus Lang, Goldgulden 1519 (Münzkabinett Zürich, Schweizer Nationalmuseum)

Goldgulden 1519, Münzkabinett Zürich.

Bei meinem letzten Besuch in Zürich hatte ich Gelegenheit das Münzkabinett im Schweizer  Nationalmuseum zu besuchen um einem Hinweis von Benedikt Zäch (Münzkabinett Winterthur) auf vorhandene Salzburg Bestände nachzugehen. Der neue Leiter des Züricher Münzkabinetts Herr Dr.des. Christian Weiss empfing mich (unangemeldet) aufs Freundlichste und bestätigte das Vorhandensein einer kleinen, aber qualitativ ausgesuchten Salzburg Sammlung mit etwa 80 Stücken.

Trotz des Zeitdruckes durfte ich ein Tablett aus dem Salzburg Bestand besichtigen, auf dem mir eine grosse Rarität ins Auge stach:

MATHEUS LANG VON WELLENBURG, 1519-1540, Goldgulden 1519, Gewicht: 3,27 Gramm.   ( Bernhart/Roll 626 Variante, Probszt 191 Variante, Zöttl 150 Variante)

Die Beschreibung des  Goldguldens 1519 bei Roll, Probszt und Zöttl gibt als Standort das Münzkabinett des KHM in Wien an. Der dort seit dem 19. Jahrhundert (bei Zöttl abgebildete) Goldgulden galt (bis heute) als weltweites Unikat und somit eine der seltensten Salzburger Münzen. Dr. Zöttl bestätigte in einem Gespräch das (bisher) unikate Vorhandensein dieser Münze in Wien.

Ein Vergleich der Abbildung des Wiener Stückes bei Probszt und Zöttl brachte eine weitere Überaschung: Das Züricher Stück ist von einem anderen Stempel, auch die Umschrift variiert. Ins Auge fällt sofort der wesentlich feinere Stempelschnitt (Wappen, alle Quasten des Kardinalshutes sind ausgeprägt und die Darstellung des Heiligen Rupertus ist ungewöhnlich detailliert ausgeführt). Der feine Stempelschnitt weist auf eine Arbeit Ulrich Ursenthalers (Hall/Tirol) hin, der auch für den Salzburger Erzbischof arbeitete.

Umschriften:

Wien: +MATHEVS Ringerl CARD Ringerl ARCHIEPS Ringerl SALCZ Ringerl 1519

SANCTVS Ringerl RV_DBERTVS EPISC

Zürich: .  MATHEVS . CARD . ARCHIEPVS .  SALCZ . 1519

. SANCTVS . RVD_BERTVS . EPVS .

 Informationen zum Züricher Münzkabinett und zu Dr.des. Christian Weiss finden Sie hier in einem aktuellen Artikel von Ursula Kampmann in der Münzenwoche: http://www.muenzenwoche.de/de/page/4?&id=4247 .

PS. Ich hoffe imnächsten halben Jahr einen Bericht über alle Salzburger Münzen im Münzkabinett Zürich verfassen zu können.

 

Literatur:

BERNHART, Max / ROLL, Karl: Die Münzen und Medaillen des Erzstiftes Salzburg, München o.J. (1930)

PROBSZT,Günther: Die Münzen Salzburgs. 2.Auflage, Graz-Basel 1975

ZÖTTL, Helmut: Salzburg Münzen und Medaillen 1500-1810, 2.(gekürzte) Auflage, Salzburg 2014

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Die Salzburg Sammlung im Gotha`schen Münzkabinett:

November 8th, 2016 by Peter Macho

Die SNG im alten Münzkabinett in Gotha

Am 8. April 2016 besuchte die Salzburger Numismatische Gesellschaft das historische Münzkabinett der Herzoglichen Bibliothek in Schloss Friedenstein in Gotha. Die Münzensammlung in Gotha ist neben Berlin, Dresden und München eine der grössten Sammlungen in Deutschland, daher waren wir gespannt, welche Salzburger Stücke die Sammlung beinhaltet.

Alle Informationen über die grossartigen Kunstsammlungen auf Schloss Friedenstein finden Sie hier:  www.stiftungfriedenstein.de .

 

Schloss Friedenstein, Porträt Herzog Friedrich 2., Gründer des Münzkabinetts, Leiterin Uta Wallenstein und SNG.

 Herzog Friedrich 2., Gründer des Münzkabinetts, Uta Wallenstein (3.v.r.) und SNG

Frau Uta Wallenstein, die wissenschaftliche Leiterin des Münzkabinetts bereitete uns einen überaus freundlichen Empfang in ihren Arbeitsräumen und präsentierte vier Tabletts Salzburger Münzen, die alle Erwartungen übertrafen: Neben erstklassig erhaltenen Guldinern und Doppelguldinern des Matheus Lang von Wellenburg fanden sich zwei unedierte Talerklippen und der vierfache Taler Johann Jakob Kuen Belasis auf das Ende der Pest 1572.

Guldinerklippe 1559, Münzkabinett Gotha, Inv. 3.2./5539. UNEDIERT!

Michael von Kuenburg, Guldinerklipe 1559 mit handgravierten geflügelten Engelsköpfen in den Ecken. UNEDIERT. Bisher war nur die Guldinerklippe 1558 in der Staatlichen Münzsammlung München bekannt. Auch dieses Stück ist in allen Ecken durch eine (glockenblumenähnliche) Blütengravur verziert. Michael von Kuenburg war der erste Erzbischof der (Guldiner)klippen vom regulären Stempel der Umlaufmünzen prägen liess. Die Gravuren der beiden Stücke lassen auf eine unikate Verwendung als Geschenkstücke schliessen.

 

Talerklippe 1562, Münzkabinett Gotha, UNEDIERT !

Talerklippe 1562 (Gotha Inv. 3.2./5541) UNEDIERTER  Jahrgang. Von diesem regulären Talerstempel waren bisher nur die Jahrgänge 1561, 63, 64, 65 und 67 als Klippe bekannt.

 

Vierfacher Schautaler 1572, Münzkabinett Gotha

Schaumünze 1572im Gewicht von vier Talern. (Gotha Inv. 3.2./5540)  Der Anlass für die prachtvollen Schaumünzen von 1571/72 war das Ende einer schlimmen Pestepedemie in der Stadt Salzburg und die Wiederröffnung der Münzstätte. Von dieser Schaumünze existieren weltweit nur wenige Stücke.

 

Übersicht der Salzburger Münzen in Gotha:

 

LEONHARD VON KEUTSCHACH:

Batzen 1517 BR.470/478

Batzen 1518 BR.479/507

 

MATHEUS LANG VON WELLENBURG:

 

Schauguldiner 1522 Matheus Lang

Porträtguldiner 1522 BR.628

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SNG-Vortrag am 16.11., 19 Uhr: Dr.Helmut Zöttl, “GUTES GELD - SCHLECHTES GELD”

Oktober 30th, 2016 by Peter Macho

SNG Vortrag Helmut Zöttl, 16.11.2016, Salzburg

Am 16. November hält SNG Mitglied und Autor des Standardwerks “Salzburg - Münzen und Medaillen 1500-1810″ Dr. Helmut Zöttl einen Vortrag über Beischläge und die Salzburger Gegenstempelung von 1681.

Der Vortrag wird uns über wirtschaftliche und geldgeschichtliche Hintergründe der Beischläge und der Münzmerkung informieren. Anhand der Statistik der gegengestempelten Stücke wird derausländische Geldumlauf im Erzstift Salzburg aufgezeigt.

Der Vortrag findet im Gasthof Krimpelstätter (Müllner Hauptstraße 31, 5020 Salzburg) statt. Beginn ist 19:00 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen, um Anmeldung unter sng@salzburger-geschichte.at wird gebeten.

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Historische Salzburg Auktionen: Merzbacher April 1921

Oktober 19th, 2016 by Peter Macho

 

Merzbacher 1921

Das Interessante an den Auktionen vor dem 2. Weltkrieg ist das Preisverhältnis von Salzburger Raritäten zueinander oder gegen gängige Münzen. Sehen Sie selbst hier (vergrösserbar)in Eugen Merzbachers Auktion vom 13. April 1921:

 

Salzburg bei Merzbacher 1921

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SALZBURGER FUNDE: Von Venedig nach Salzburg - eine Theriak-Kapsel aus Oberndorf

Oktober 4th, 2016 by Peter Macho

 Theriak Kapselverschluss, Venedig 17./18. Jahrhundert       Theriak Kapselverschluss, Rs., Venedig 17./18. Jahrhundert

Ein numismatisches Randgebiet kam bei einem Bodenfund in Oberndorf an der Salzach zutage: die Verschlusskapsel einer Theriak Flasche aus Venedig.

Zu der Medizin Theriak liest man bei Wikipedia:

Theriak ist eine in der Antike als Antidot entwickelte Arznei, die im Mittelalter als Universalheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und Gebrechen angewandt wurde. Heute wird Theriak in abgewandelter, opiumfreier Zusammensetzung vereinzelt noch für die volksmedizinische Anwendung angeboten, vorwiegend im Internet.

Die bedeutendste Fabrikation für Theriak befand sich in Venedig. Die Zubereitung des Venezianischen Theriac oder Theriak venezian wurde als öffentliche, mehrtägige Zeremonie in Anwesenheit höchster Autoritäten mit großem Schaugepränge begangen. Der damals weltweite Handel mit diesem kostbaren und begehrten Medikament trug nicht unwesentlich zum Reichtum der Stadt Venedig bei. Weitere Zentren der Theriak-Herstellung lagen in Deutschland (Nürnberg) und in den Niederlanden (Amsterdam).

Die vorliegende Kapsel aus Oberndorf zeigt die Umschrift “ALA SPETIARIA DALA MADONNA IN V”. Diese weist die Kapsel als Produkt der Apotheke DALLA MADONNA in Venedig aus. Man findet 13 Abbildungen von Kapseln dieser Apotheke in Kleins 2. Aufsatz, keine ist ident mit dieser Umschrift.

 

Zu den Theriak Verschlusskapseln gibt es drei Aufsätze von Ulrich Klein in den Schweizer Münzblättern:

Von Paradies zu Paradies: Theriak und Theriak Kapseln.

Lesen Sie dazu hier im Link der ETH Bibliothek Zürich:   www.e-periodica.ch/cntmng?pid=smb-001:2003-2005:53-55::512

Weitere Theriak Kapseln.

Lesen Sie dazu hier im Link der ETH Bibliothek Zürich: http://www.e-periodica.ch/cntmng?var=true&pid=smb-001:2010:60::165

Theriak Kapseln und kein Ende., in: Nummi Docent!: Münzen-Schätze-Funde, Festschrift für Peter Ilisch 2012.

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SALZBURGER FUNDE: Eine keltische Hexadrachme aus Salzburg-Stadt:

Oktober 3rd, 2016 by Peter Macho

Hexadrachme des Biatec, Böhmische Kelten. Fundort Kapuzinerberg, Salzburg

Mittelkelten - Boier - Biatec: HEXADRACHME
Vs.: Köpfe des Honos und der Virtus nach rechts.
Rs.: Reiter mit Zweig auf Pferd nach rechts, im Abschnitt BIATEC.
Paulsen 718-757.

In einem Sammlernachlass fand sich eine boische Hexadrachme vom Typ Biatec die angeblich in der Stadt Salzburg gefunden wurde. Die Münze stammt aus dem selben Nachlass wie der Römerfund von Mauerkirchen (siehe hier im Blog), also aus dem Besitz eines Mitarbeiters der Wasserwerke in der Zeit des 2. Weltkrieges. Die vom Vater auf den Sohn überlieferte Geschichte dieser Münze besagt, dass sie bei Quelleinfassungsarbeiten am Kapuzinerberg in Salzburg gefunden wurde. Der genaue Ort der Quelle ist nicht bekannt.

Für die Richtigkeit der Überlieferung spricht ein Vergleich mit den Abbildungen bei Paulsen: Von den drei ähnlichsten Stempeln (Paulsen 729-731) ist die Nummer 730 mit dem Standort Slg. Freiherr von Koblitz ausgewiesen; das deutet auf ein Fundvorkommen dieses Typs bereits um 1900 in Salzburg hin.

Literatur:
PAULSEN, Rudolf: Die ostkeltischen Münzprägungen - Die Münzprägungen der Boier. Verlag Anton Schroll, Wien 1974
KOBLITZ, Hans Freiherr von: Funde keltischer Münzen in Karlstein bei Reichenhall und im Kronlande Salzburg., in: Numismatische Zeitschrift 3, 1910, S.33-36.

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Herbstveranstaltungen der Salzburger Numismatischen Gesellschaft:

September 29th, 2016 by Peter Macho

Bald ist es wieder soweit: In 13 Tagen findet der Vortrag von Mag. Erker, dem Kustos der Spängler Bank Sammlung, zum Geldwesen nach dem Ersten Weltkrieg statt !

12. Oktober 2016:  Mag. Erich Erker:

„Das Wunder von Wörgl – Stempelmarkengeld als  kreative Antwort auf die Weltwirtschaftskrise“.

16. November 2016: Dr. Helmut Zöttl:

„Gutes Geld – böses Geld / Beischläge und Salzburger Münzmerkung 1681“.

Die Vorträge finden im Gasthof Krimpelstätter (Müllner Hauptstraße 31, 5020 Salzburg) statt. Beginn ist jeweils 19:00 Uhr.

Gäste sind herzlich willkommen, um Anmeldung unter sng@salzburger-geschichte.at wird gebeten.

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Neue Literatur: “NOTGELD SALZBURG Spezial Edition” von Rudolf Richter

September 15th, 2016 by Peter Macho

 

Verlag Frühwald 2016: Rudolf Richter, Notgeld Salzburg

Im Verlag des Auktionshauses Dr. Frühwald wurde eine der letzten Lücken in der Salzburger numismatischen Lteratur geschlossen: Der Salzburger Papiergeldspezialist Rudolf Richter brachte seinen lange erwarteten Katalog des Salzburger Notgeldes heraus.

Zum Katalog schreibt der Verlag Frühwald:

“Die Publikation beginnt mit den Prägungen der Halleiner Bürger um 1850 und den beiden einzigen bisher nachzuweisenden Ausgaben von Mauterndorf (1861) und Stadt Salzburg (1848). Es folgen Bürmoos und Schwarzach mit Wertmarken aus der Zeit des 1. Weltkrieges, bevor der eigentliche Hauptteil1917-1921 von Abtenau bis Zell am See mit den Gemeinde- und Privatausgaben an die Reihe kommt. Durch die damals üblichen Spekulationsausgaben für Sammler leider unvermeidlich umfangreich.

Es soll aber nicht nur ein Nachschlagewerk für Sammler aller Art sein, sondern ein breites Publikum ansprechen und zeigen, was es alles unter dem Begriff “Rund ums Geld” geben kann. Es wurden schon verschiedene Ausgaben in den Hauptkatalog miteingearbeitet. Beiträge über die als Bettlergeld bekanntenr Wohlfahrtsscheine der 1930er Jahre, der Beginn der Einkaufsmünzen und Gutscheine und kleiner Splittergruppen werden aber ebenso beachtet.

Auf mehr als 150 Seiten werden Informationen - begleitet von über 800 farbigen Abbildungen - in bisher unbekanntem Ausmaß vermittelt. Es gibt dzt. kein vergleichbares Werk zur Papiergeldgeschichte Salzburgs. “

 

Sie können den Katalog direkt beim Auktionshaus Frühwald, bei der Münzhandlung Macho oder im Fachhandel bestellen!

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137 Lose Salzburg bei Auktion Gorny und Mosch, 13.10.2016, München:

September 4th, 2016 by Peter Macho

 

Paris Lodron, Halbdukatenklippe 1644 (Bild Gorny und Mosch, Auktion 242)

Eine schöne Salzburg Sammlung vom Mittelalter bis Kaiser Franz bietet das Auktionshaus Gorny und Mosch auf seiner 242. Auktion an. Von fast allen Erzbischöfen sind die einzelnen Münztypen der Klippen, Taler, Viertel-, Halb- und Einfachdukaten vertreten.

Sehen Sie hier bei SIXBID:

 https://www.sixbid.com/browse.html?auction=2973&search=salzburg

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Rare Salzburgisch/Kärntner Gemeinschaftsdenare bei WCN Auktion am 10.9.2016:

September 3rd, 2016 by Peter Macho

 Denar des Erzbischofs Hartwig mit Herzog Adalbero von Kärnten (Bild WCN Auktion 66, 10.9.2016)    Denar des Erzbischofs Dietmar mit Herzog Adalbero von Kärnten (Bild WCN Auktion 66, 10.9.2016)

Bei der Auktion des Warschauer Zentrums für Numismatik am 10.9. finden sich unter den fünf angebotenen Salzburger Denaren zwei hochrare Stücke: Die Gemeinschaftsprägungen des Kärntner Herzogs Adalbero mit Erzbischof Hartwig und Erzbischof Tietmar.

 Zu Herzog Adalbero liest man bei WIKIPEDIA:

 Adalbero von Eppenstein (* um 980; † 28. November 1039 in Ebersberg) war Markgraf der Kärntner Mark (ca. 1000–1011) sowie Herzog von Kärnten und Markgraf von Verona (1011/1012–1035).

Adalbero entstammte den im Enns- und Mürztal begüterten Geschlecht der Eppensteiner. Er war der Sohn Markwarts III. und der Hadmud von Ebersberg, Tochter des Grafen Adalbero. Durch seine Ehe mit Beatrix († nach 1025), einer Tochter Hermanns II. von Schwaben aus der Familie der Konradiner, war er mit Kaiser Konrad II. verschwägert. Beatrix war die Schwester der Kaiserin Gisela, eine weitere Schwester war Mathilde, die Frau Konrads I., der bis 1011 Herzog von Kärnten war.

Als Nachfolger seines Vaters Markwart wurde Adalbero um 1000 mit der Markgrafschaft in der Karantanermark betraut. Zudem war er Graf im Ennstal und Judenburg (Graf von Eppenstein). Güter besaß er auch in der Grafschaft Mürztal. Kaiser Heinrich II. übertrug ihm 1012 das Herzogtum Kärnten und die Markgrafschaft Verona mit Friaul/Krain und Trient. Adalbero übernahm auch die Grafschaft Görz und die Schutzvogtei über das Patriarchat Aquileia. 1012 wurde Krain, 1025 die Windische Mark an der Sann aus dem Herzogtum Kärnten ausgegliedert.

Im Jahre 1019 wurde Adalbero bei Ulm im Streit um das Erbe seines Schwiegervaters von dem mit Konrad dem Älteren verbündeten Konrad dem Jüngeren besiegt, der in der Nachfolge seines Vaters als Kärntner Herzog übergangen worden war. Adalbero musste sich aus Schwaben zurückziehen. 1003/1025 wurde das erste Kloster in Kärnten, St. Georgen am Längsee, gegründet. Adalbero wurde dessen erster Vogt. Er begleitete den Kaiser 1027 und nahm in Aachen an der Königskrönung Heinrichs III. teil und fungierte im September 1027 an der Synode von Frankfurt als Schwertträger des Kaisers. Erst mit seiner Absetzung als Herzog von Kärnten taucht er in den Quellen wieder auf.

Im Mai 1035 wird ein Bruch zwischen Adalbero und Kaiser Konrad II. in den Quellen erkennbar. Die Hintergründe sind nicht zu erhellen; der in den Quellen vermerkte Vorwurf des Hochverrats wird nicht weiter erläutert. Adalbero verlor 1035 in Bamberg alle Ämter und Lehen. Die Kärntner Mark fiel unmittelbar darauf an den Grafen Arnold von Wels-Lambach. Kärnten wurde erst am 2. Februar 1036 an Konrad den Jüngeren vergeben.

Adalbero suchte 1036 den Kampf gegen seine Gegner in Kärnten. Aus Rache ermordete er den kaisertreuen Markgrafen Wilhelm von Friesach-Zeltschach, Herr der Sannmark und Gatte der Hemma von Gurk. Er musste sich nach Ebersberg/Eresburg, dem Stammsitz des Hauses seiner Mutter, zurückziehen und ging in die Verbannung. Erst nach Konrads II. Tod kehrte er zurück. Heinrich III. setzte ihn jedoch nicht in seine alte Würde ein. Im Kloster Geisenfeld fand Adalbero seine letzte Ruhestätte. Seine Nachkommen sind der Kleriker Adalbero, der später Bischof von Bamberg (1053–1057) wurde, der Graf Markwart IV. und vielleicht die Willibirg. Sein reiches Allodialgut verblieb seinem Sohne Markwart und bildete den Grundstock für den Wiederaufstieg seines Geschlechtes.

 

 

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