Salzburger Numismatische Nachrichten

(Salzburger) Münzgeschichte aus Handel, Museen und Wissenschaft - von Münzhandel Peter Macho

Numismatischer Herbst in Salzburg: Von Emigration, Pest und Wallfahrt zum modernen Geld - Vorträge 4.10., 16.10., 20.11.

Oktober 1st, 2018 by Peter Macho

 

Vortrag Erker Emigrantenmedaillen

4. Oktober 2018: Vortrag im Müllnerbräu, Saal 3  Beginn 19 Uhr

Mag. Erich Erker, LLM: „Exodus aus Salzburg: Die Medaillen zur Salzburger Protestanten-Emigration 1731/32 und ihre kunst- und kulturhistorische Bedeutung”.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit den Freunden der Salzburger Geschichte.

Mag. Erker hält  zwei Tage später, am Samstag, dem 6.102018, bei den “ERFURTER NUMISMATISCHEN GESPRÄCHEN” einen weiteren Vortrag zur “Ikonographie der Salzburger Emigrationsmedaillen”. Informationen dazu finden Sie hier: http://www.erfurter-muenzfreunde.de/wp-content/uploads/2018/09/Faltblatt-Erfurter-Numismatische-Gespraeche-2018.pdf .

Vortrag Erich Erker 16.10.2018

16. Oktober 2018:Vortrag im Sternbräu, 1. Stock, 19:30

Mag. Erich Erker, LLM: „Erstaunliches und Interessantes über unser modernes Geld”.

Vortrag Peter Macho 20.11.2018

20. November 2018:Vortrag im Sternbräu, Bierstube, 1. Stock, 19:30

Mag. Peter Macho „Wallfahrt, Pest und Bruderschaften - Die religiöse Medaillenprägung Salzburgs”.

Der Vortrag entführt in die Welt des Aberglaubens, der Hexenverbrennung, der Türkenkriege  und des schon damals globalisierten Handels mit Amuletten gegen diese Übel -  und Salzburg`s nicht unbedeutende Rolle dabei.

DER EINTRITT IST FREI, GÄSTE SIND WILLKOMMEN !  Aus organisatorischen Gründen (genügend Sitzplätze) erbittet die Salzburger Numismatische Gesellschaft um Anmeldung per Email an:

mailto: sng@salzburger-geschichte.at

Posted in Medaillen, Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Salzburger Numismatische Gesellschaft | No Comments »

Die Salzburg Sammlung im Münzkabinett des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart:

Oktober 1st, 2018 by Peter Macho

Landesmuseum Stuttgart

Im Herbst 2013 besuchte die Salzburger Numismatische Gesellschaft das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart und hatte dank des freundlichen Entgegenkommens von Herrn Dr. Matthias Ohm, Kurators des Münzkabinetts, die Möglichkeit die Salzburg Bestände an Münzen und Medaillen zu sichten.

 https://www.landesmuseum-stuttgart.de/en/sammlungen/kunst-und-kulturgeschichte/muenzkabinett/

 

 

 

 

Dabei fanden sich einige außergewöhnliche Salzburger Raritäten unter den Beständen:

Münzen  Kurator Dr. Matthias Ohm (3.v.l.) und SNG Excursionsteilnehmer im Stuttgarter Münzkabinett Münzen

Mittelalter:

Unter den etwa 50 mittelalterlichen Münzen der Münzstätten Salzburg, Laufen, Friesach und Pettau finden sich bereits 7 seltene bis höchstseltene Exemplare aus dem 12. Jahrhundert.

Laufen, Eberhard 1., Dünnpfennig, CNA A32

Abb.1: Laufen, Eberhard 1. Dünnpfennig CNA A32 (Inv. MK 16016; 0,89 gr.)

Laufen, Eberhard 1., Dünnpfennig, CNA A32

Abb.2: Laufen, Eberhard 1. Dünnpfennig CNA A32 (Inv. MK 16015; 0,86 gr.)

Laufen, Eberhard 1., Dünnpfennig, CNA A32

Abb. 3: Laufen, Eberhard 1. Dünnpfennig CNA A32

Laufen, Eberhard 1., Dünnpfennig, CNA A31

Abb.4: Laufen, Eberhard 1. Dünnpfennig CNA A31 (Inv. MK 16014 )

Adalbert 3., Pfennig Salzburg, CNA A35 var

Abb.5  Adalbert 3., Salzburg, Pfennig CNA A35 starke Var. (0,68 gr.)

Laufen

Abb.6 Adalbert 3., Salzburg, Pfennig CNA A35 (0,69 gr.)

Adalbert 3., Pfennig Salzburg, CNA A35 var

Abb.7 Adalbert 3., Salzburg, Pfennig CNA A35 (Inv. MK 7917; 0,675 gr. ; aus Helbing 65, Nr.673, dort Augsburg zugeordnet)

Adalbert 3., Pfennig Salzburg, CNA A35

Abb.8: Salzburg, Adalbert 3. Pfennig Salzburg, CNA A35 var. (0,905 gr.)

Die Laufener Dünnpfennige wurden unter Erzbischof Eberhard 1. (1147 - 1164) nach Regensburger Vorbild geprägt.

Die Laufen zugeordneten Pfennige Nr. 5 - 8 sind von größter Seltenheit und wurden erstmals 1763 in Obermayrs Bericht über den Fund von Reichenhall publiziert. Dieser Fund Read the rest of this entry »

Posted in Medaillen, Museen, Münzfunde, Raritäten, Salzburger Numismatische Gesellschaft | No Comments »

Die Salzburg Sammlung des Münzkabinetts Prag (Nationalmuseum Prag):

September 6th, 2018 by Peter Macho

Heller 1559 Goldabschlag, Münzkabinett Prag

Im April 2018 besuchte die Salzburger Numismatische Gesellschaft (SNG) die Münzsammlung des Prager Nationalmuseums. Das Nationalmuseum, in dem die Sammlungen normal untergebracht sind, befindet sich seit Jahren in Umbau und Renovierung und so fuhren wir in die die Dependance nach Theresienstadt, wo die Sammlungsbestände in den Maria-Theresianischen Kasernengebäuden untergebracht sind.

Der Obmann der SNG, Mag. Ulrich Höllhuber, hatte mit Dr. Jiri Militky, dem Betreuer der Sammlungsbestände in Prag vereinbart, dass wir alle Salzburger Münzen besichtigen können, die Dr. Militky in den Beständen findet. Unsere Erwartungen lagen bei einigen Hundert Münzen, so wie wir sie bereits bei den früheren Museumsexkursionen (Berlin, Hamburg, Gotha, St. Gallen, etc.) zu sehen bekommen hatten.

Um so überwältigender war der Bestand, den uns Dr. Militky (auf zwei! Transportwagerl) in den Studeienraum brachte: 40 hölzerne Grossschubertabletts mit etwa 2800 Salzburger Münzen!

Münzkabinett Prag, Tablett mit Salzburger Münzen      Exkursionsteilnehmer (anonymisiert), SNG Leiter Mag.Ulrich Höllhuber und Dr. Jiri Militky (Prager Nationalmuseum, Numismatik)

Im Gegensatz zu vielen anderen Museen sind in Prag die Salzburger Münzen alle im Salzburg -Bestand zusammengeführt, was die Erforschung eines Spezialgebietes enorm erleichtert. Meist findet man in Museen die Bestände aufgeteilt in z.B. Sammlungsaltbestand, Legate, Neuerwebungen, Grossfunde, Fundmünzen aus der Archäologie, eigene Medaillen- und Schaumünzensammlung, etc. .

Inventarsystem im Prager Münzkabinett

Über die Inventarnummern und Anmerkungen ist die Provenienz der Stücke jederzeit abrufbar.

Mit diesem (geordneten) Umfang reiht sich die Prager Sammlung neben Wien und München zu den (nun drei) grössten Salzburg-Sammlungen weltweit!  Darüber hinaus erklärte uns Dr. Militky, dass die seltensten und besseren Salzburger Münzen im Museumshauptgebäude gelagert werden  (und daher momentan nicht zugänglich sind)und etwa 1000 Salzburger Mittelaltermünzen noch nicht aufgearbeitet sind.

Im Folgenden werden Beispiele aus der Sammlung vorgestellt:

Michael von Kuenburg:

Goldabschlag des Hellers 1559, UNEDIERT

Heller 1559, Goldabschlag. BR. unediert, vgl. Zöttl 490 (Silber!).  Foto: Münzkabinett Prag

Die seltenste Münze ist der unedierte Goldabschlag des Hellers 1559. Er weist oben und unten eine Henkelspur auf. Dies lässt mich vermuten, dass diese Münze vielleicht für ein erzbischöfliches Kleinod geprägt wurde wie es zu Beginn der Renaissance üblich war. In den Sammlungen in Wien (KHM) und München finden sich genügend Beispiele für den Typus “Grössere Porträtmedaille, darunter Goldperlen und kleinere Münzen oder Medaillen. (Von Michael gibt es eine Porträtmedaille).

JOHANN JAKOB VON KUEN BELASI (1560-1586):

Doppeldukat 1568, zeitgen. Fälschung, Münzkabinett Prag

Doppeldukat 1568 falsches Wappen!  BR. 1240 a  Foto: Münzkabinett Prag

BR 1240a: Beizeichen Blatt wie 1240, Umschrift wie 1239. Rs. Umschrift wie 1242.

Der Doppeldukat 1568 weist eine falsche Wappenzeichnung auf. (Hinweis von C.M.) Das Material ist stark kupferfarben, wie schlecht legiertes Gold mit geringem Goldgehalt.

Exkurs: Die selbe Umschrift und die selben Beizeichen weist der Zehner 1568 auf, Read the rest of this entry »

Posted in Museen, Raritäten, Salzburger Numismatische Gesellschaft | No Comments »

The coins of Salzburg in the Prague National Museum:

September 6th, 2018 by Peter Macho

Heller 1559 Goldabschlag, Münzkabinett Prag

 

In April 2018 the Salzburg Numismatic Society visited the coin cabinet of the Prague National Museum. Since the museum which usually houses the collection has been under renovation for years, we drove to the branch Theresienstadt, where the collection inventory is currently stored in the former buildings of the Maria Theresian military.

Ulrich Höllhuber, chairman of the SNG, had arranged with the collection’s curator, Dr. Jiri Militky, that we could examine all coins from Salzburg he could find in the inventory. Judging from earlier excursions to the museums in Berlin, Hamburg, Gotha, St. Gallen, and more, we had expected to see roughly a couple hundred of coins.

The greater our surprise when Dr. Militky presented us with about 2800 Salzburg coins, which required two carts to transport into the exhibition room - all in all forty wooden trays filled with coins!

Münzkabinett Prag, Tablett mit Salzburger Münzen Exkursionsteilnehmer (anonymisiert), SNG Leiter Mag.Ulrich Höllhuber und Dr. Jiri Militky (Prager Nationalmuseum, Numismatik)

As opposed to other museums, Prag has consolidated all the Salzburg coins in a single collection, which is enormously helpful in exploring this specialized area. Normally, you find them in museums spread across different categories such as new acquisitions, bequests, old assets, big finds, archeological finds, internal medal and show coin collection,  and so forth.

Inventarsystem im Prager Münzkabinett

The inventory numbers and comments make it possible to determine each individual piece’s origin.

The (well sorted) Prag Collection’s volume put it among the world’s largest Salzburg collections (next to Vienna and Munich). In addition, as explained to us by Dr. Militky, there are even rarer and more well-preserved coins in the museum’s main building (which is currently not accessible). Moreover, about 1000 medieval Salzburg coins have not yet been processed.

Below, I want to show you some exhibits from the collection.

 

MICHAEL VON KUENBURG (1554-1560):

Goldabschlag des Hellers 1559, UNEDIERT

Heller 1559, Goldabschlag. BR. unediert, vgl. Zöttl 490 (Silber!). Foto: Münzkabinett Prag

The rarest coin is the unedited golden pattern of the 1559 heller. On the upper and lower rim, rudiments of a handle can be made out. This allows conjecture that Read the rest of this entry »

Posted in Museen, Raritäten, Salzburger Numismatische Gesellschaft | No Comments »

Ein unedierter posthumer Groschen 1598 aus der Münzstätte Hall:

August 5th, 2018 by Peter Macho

Groschen 1598 Hall, Ferdinand posthum

In einer Sammlung fand sich eine interessante “Kleinigkeit” zur Tiroler Münzgeschichte:

Ein Groschen 1598 des Erzherzogs Ferdinand 2., unter Rudolf 2. posthum geprägt in Hall. Die Münze ist im Wesentlichen prägefrisch und wiegt 2,46 Gramm.

Erste Recherchen führten zu Prof. Hahns Buch “Die Münzprägungen der Habsburger im Österreichischen Reichskreis”. Hier sind nur die Jahrgänge 1599 und 1600 bekannt.

Aufklärung brachte eine Veröffentlichung im NUMISMATIK-CAFE, dem Internet Treff Tiroler und anderer Münzfreunde aus der Burg Hasegg in Hall http://www.numismatik-cafe.at    :

Mitglied “ZWANZGER”  konnte folgende detaillierte Auskunft geben:

“Der Jahrgang (15)98 dürfte unediert (und zudem sehr selten) sein. Moser/Tursky erwähnt für das Jahr 1598 einen Prägeaustoss von nur 22948 Stück Dreiern. In der großen Tirolsammlungen finden sich weder bei Morosini, noch in der Sammlung Seif datierte Groschen Ehg. Ferdinand II. Neben den beiden bei Moser/Tursky abgebildeten Stücken, werden nur in der Sammlung Enzenberg zwei datierte Groschen beschrieben.

Enz.658 Groschen (15)99

Enz. 659 Groschen 1600

Dieses Stück zeigt den gleichen Avers wie das bei Moser/Tursky abgebildete Stück M.T.293. Die Rückseite zeigt dieselbe Umschrift (die Trennungszeichen variieren leicht) wie bei Enz.658, aber eben mit der Jahrzahl (15)99. Leider ist dieses Stück nicht abgebildet. PS: Die Xerln (Trennzeichen) sind übrigens Kreuzchen aus fünf zusammengesetzten Punkten.”

Posted in Münzen, Raritäten | No Comments »

SALZBURGER FUNDE: Von Polling nach Salzburg - Wallfahrtsmedaillen aus dem Flachgau:

Juli 22nd, 2018 by Peter Macho

Oberndorf an der Salzach ist nicht nur durch die Stille Nacht-Kapelle bekannt, sondern war seit antiker Zeit ein wichtiger Fernhandelsplatz kurz vor der Stadt Salzburg. In dieser Gegend werden öfter Streufunde gemacht, die Zeugen alter Volksfrömmigkeit sind.

Heilige Familie-Madonna        Salvator Jesus - Maria

Hl.Familie / Maria v. Dorfen 18. Jhdt.               Jesus / Maria Anhänger 18.Jhdt.

 

Salvator       Neponuk - Madonna auf Thron

Jesus / Maria Anhänger 18.Jhdt.              Hl.Nepomuk v. Prag / Madonna auf Thron 18. Jhdt.

 

Altötting 34 mm   Altötting 26 mm/35 mm

Altötting Bronze 34 mm, 18. Jhdt.            Zinn , Rs Mar.Plain, h. 26/35 mm

 

Lofer Zinn 28 mm    Kreuz 29 / 35 mm mit Henkel

Wies, Madonna. 28 mm, Zinn, um 1800                                 Kreuz, 35 mm m.Hkl., 1800/1830 ?

 

Pollinger Kreuz

Pollinger Kreuz, ca.18. Jhdt.

Der Wallfahrtsort Polling:

Die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Polling, einer Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern, wurde zwischen 1416 und 1420 als Kirche eines Augustiner-Chorherrenstiftes errichtet. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die gotische Kirche durch Anbauten und Kapellen erweitert und im Stil des Barock umgestaltetEine weitere Umgestaltung im Stil des Rokoko erfolgte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Wertvollstes Ausstattungsstück der Kirche ist das Tassilo-Kreuz, ein hochmittelalterliches Tafelkreuz.

Neben dem Patrozinium der Kreuzauffindung trägt die Kirche auch den Titel Sankt Salvator und ist Jesus Christus als Salvator Mundi (Erlöser der Welt) geweiht.

Nach einer Quelle aus dem 11. Jahrhundert gründete eine Familie aus dem Adelsgeschlecht der Huosi um 750 in Polling ein Benediktinerkloster. Im 15. Jahrhundert verbreitete sich die Legende, nach der das Kloster Polling auf eine Gründung des Bayernherzogs Tassilo III. zurückgehe. Er soll bei der Jagd eine Hirschkuh verfolgt haben, die an der Stelle des späteren Klosterbaus ein Kreuz aus dem Boden gescharrt habe.

Dieses erste Kloster wurde bei den Ungarneinfällen im 10. Jahrhundert vollständig zerstört. Im Jahr 1010 ließ der Bayernherzog Heinrich IV., der 1014 als Heinrich II. zum Kaiser gekrönt wurde, an der Stelle ein Kollegiatstift errichten, das nach 1100 in ein Augustiner-Chorherrenstift umgewandelt wurde. Es wurde eine neue Kirche gebaut, die 1160 von Hartmann von Brixen, dem Bischof von Brixen, eingeweiht wurde. Von diesem romanischen Vorgängerbau ist noch die Krypta unter der Gottesackerkapelle jenseits des Tiefenbachs erhalten.

Im 13. Jahrhundert entwickelte sich eine vielbesuchte Wallfahrt zum Heiligen Kreuz und man errichtete am heutigen Standort eine Kirche, die 1298 geweiht wurde.

QuelleWIKIPEDIA   https://de.wikipedia.org/wiki/Heilig_Kreuz_(Polling)

Polling liegt etwa 50 km südlich von München, 170 km von Salzburg entfernt.

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Münzfunde | No Comments »

Der grosse Stadtbrand 1818 und die Salzburger Bürokratie… :

Juli 5th, 2018 by Peter Macho

Sorauer Wochenblatt 30. Mai 1818

Sorauer Wochenblatt 30. Mai 1818:

“… Der Salzburger Zollwärter ließ, erzählt man, um seine Dienstpünktlichkeit zu zeigen, die von Tittmoning, 7 Stunden von Salzburg, auf bayerschem Gebiete, angekommene Spritze mit zugehörigem Wasserfaß nicht eher passieren, bis alles gehörig visitiert warund er die Überzeugung hatte, daß keine Kontrebande versteckt sey; das Wasserfaß mußte 19 Kr. Pflastergeld zahlen, und die fremden Wasserfässer, die ab- und zugefahren wurden, wurden auch dadurch aufgehalten, daß man von ihnen ebenfalls 3 Kr. verlangte, wodurch denn auf einige Zeit Wassermangel entstand, bis der Streit geschlichtet war.

 

 Sorau liegt im Grenzgebiet des Schlesischen und des Großpolnischen Tiefland.  Die Salzburger Bürokratie konnte immer schon grosse Wellen schlagen  ;-).

 

 sorauer-wochenblatt-stadtbrand-1818-sazburg-titel.jpeg    sorauer-wochenblatt-stadtbrand-1818-sazburg-2-kopie-kopie.jpeg

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte | No Comments »

Unedierte Typen: Der Beginn der Halbkreuzerprägung 1654

Juni 21st, 2018 by Peter Macho

Halbkreuzer 1654 mit komplettem Wappen         Halbkreuzer 1654 mit G oben!

Guidobald Graf Thun gestaltete bei seinem Regierungsantritt 1654 zwei  Münzsorten neu: Die Pfennige und die Halbkreuzer. Bei den ersten Prägungen dürfte man sich über die Ausführung noch nicht im Klaren gewesen sein, beide Münzen wurden mit dem kompletten Familienwappen mit Adler und Querbalken gestaltet.

UNEDIERT ist eine Variante, die von C. Mayrhofer entdeckt wurde: Ein Halbkreuzer 1654 mit geschwungenen Wappen und dem G(uidobald) über den Wappen! Die Erhaltung zeigt dass diese Münze auch im Geldumlauf war. Die Gestaltung des Löwen mit dem Brezelschweif im Salzburg Wappen erinnert noch an Paris Lodrons Wappen.

 

Halbkreuzer 1665 neuer Typ

Bereits 1654 änderte man den Typ und prägte das Familienwappen nur noch mit dem Querbalken. Dieser neue Typ wurde bis zum Tod Guidobalds 1668 geprägt.

Posted in Raritäten | No Comments »

Eine bedeutende Salzburger Wallfahrtssammlung des 19. Jahrhunderts:

Juni 12th, 2018 by Peter Macho

 

Wallfahrtssammlung des 19. Jahrhunderts

Aus einem Nachlass erhielt ich eine Sammlung zur Bearbeitung, die eine  Überraschung beinhaltete: In acht alten Holztabletts, teilweise mit Beschriftungszetteln aus dem frühen 20. Jahrhundert, fanden sich Salzburger Wallfahrts- und religiöse Medaillen.

Laut Auskunft der Eigentümer wurde die Sammlung von Katharina Mayer, Frau des Bankiers Carl 2. Spängler, vor 1900 angelegt. Katharina Mayer war die Tochter des Hoteliers “Zum goldenen Schiff” (die heutige Hypo Bank an Residenzplatz). Nach Katharinas Tod wurde die Sammlung von deren Tochter Margarete bis etwa zum 2. Weltkrieg aktiv weiterbetrieben.

 

Einlagezettel

Die Beschreibungseinlagen wurden von Carl 2. Spängler beschriftet. Während die Salzburger Münzsammlung der Spängler Bank von Weltruf ist, war das Vorhandensein der Wallfahrtssammlung seiner Frau  bisher unbekannt.

Obwohl die Sammlung wahrscheinlich nicht vollständig erhalten ist (die Holztabletts sind bis 12 nummeriert), erscheint der wesentliche Bestand erhalten. Die meisten Medaillen sind nach Pachinger beschrieben, dem 1908 erschienenen Standardwerk zu Salzburger Wallfahrtsmedaillen.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Stadt Salzburg, den Bruderschaften (vermutlich Pachingers Gliederung folgend), Maria Plain und Kirchenthal. Die Sammlung wurde mit Fachkenntnis und Liebe betrieben, wie das Vorhandensein nicht nur seltener (begehrter) Stücke sondern auch einer Vielzahl kleiner Medaillen des 19. Jahrhunderts aus unedlen Metallen , zeigt. Da gerade von diesen Stücken viele nicht ediert sind, wird die Sammlung im Folgenden im Detail vorgestellt:

 

MEDAILLEN VON PAUL SEEL:

 

Thomasbruderschaft 1669

1. Thomasbruderschaft  Silbermedaille 1669, Pa.5, 38/32 mm, 15,4 gr.

 Sakramentsbruderschaft 1682

 2. Sakramentsbruderschaft, Medaille 1682, Pa.6, 46/40 mm, 23,7 gr.

St. Peter 1682

3. Sankt Peter, Medaille 1682, 38/32 mm., 7,5 gr.

Nonnberg 1682

4.  Kloster Nonnberg, Silbermedaille 1682, Pa.27, 38/33 mm., 7,6 gr.

Maria Plain 1684

 5. Maria Plain, Medaille 1684, Pe.2130, 42/37 mm., 13,5 gr.

Read the rest of this entry »

Posted in Medaillen, Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Raritäten | No Comments »

Pfennige des 12. Jahrhunderts und.. Genau! MA Alexandra Hylla

Mai 13th, 2018 by Peter Macho

 

Vortrag Münzbörse Spitz Alexandra Hylla

Spitz/Wachau: MA Alexandra Hylla und Prof. Hubert Emmerig

Bei der Münzbörse in Spitz hielt die seit Februar amtierende neue Kustodin für Numismatik des Salzburg Museums MA Alexandra Hylla einen Vortrag über die Pfennigprägung des 12. Jahrhunderts im Österreichischen Donauraum.

Vortrag Münzbörse Spitz Alexandra Hylla    Vortrag Münzbörse Spitz Alexandra Hylla

Sie erzählte über ihre Arbeiten an den Münzfunden von Obing, Teisendorf, Berchtesgadner Land und Waal und erklärte die Wichtigkeit des Vergleiches der Münzbilder süddeutscher und böhmischer Pfennige für die zeitliche Einordnung der unbeschrifteten Münzen. Ein gutes Beispiel bildete das Münzbild “Herkules mit dem Löwen”, das von Regensburg bis Prag geläufig war.

Regensburg, um 1130, aus dem Münzschatz von Obing. Staaatliche Münzsammlung München, Foto: Nicolai Kästner

Bischöflicher Pfennig mit der Darstellung von Herkules im Kampf mit dem Löwen, Münzstätte Regensburg, um 1130, aus dem Münzschatz von Obing. Staaatliche Münzsammlung München, Foto: Nicolai Kästner

Alexandra Hylla stellt für die numismatische Welt in Salzburg eine wertvolle Bereicherung dar.

Siehe: https://lmu-munich.academia.edu/AlexandraHylla/CurriculumVitae

Sie übernahm ab Februar 2018 die Betreuung der Sammlung der Münzen, Medaillen und Geldwertzeichen im Salzburg Museum. In dieser Funktion löst sie Christoph Mayrhofer ab, der in den letzten Jahren viele (lange brachliegenden) Bestände an Münzen und Siegeln neu ordnete und erfasste und so die beste Grundlage für eine erfolgreiche Weiterarbeit an der Salzburger Numismatik schuf.

Posted in Miscellen zur Salzburger Münzgeschichte, Mittelalter | No Comments »

« Previous Entries